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Roverdrive 2 / 2005
Hilfe bei einem Fotoshooting - Rover Motorräder fotografiert für "Oldtimer Markt"
Presse
Div. Artikel

Roverdrive
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Rover Motorräder
Rover 4 hp TT von 1921 (links) und Rover 3,5 hp von 1913 (rechts) - bestens gerüstet für das Fotoshooting
 
Mein Schwager Carsten Behring, der mit den drei Rover Motorrädern, rief mich im Juni an und fragte, ob ich nicht als Statist für Fotoaufnahmen von der Zeitschrift „Markt“ teilnehmen möchte, denn der würde irgendwann im Sommer kommen.
 
Am 31.08.2005 klingelt mittags das Telefon und mir wurde kurz und knapp erzählt, daß der Fotograf am 01.09. um 13.00 Uhr kommen würde und ich mich dann mit entsprechender Kleidung bereitzuhalten hätte. Termine musste ich deswegen verlegen, aber so eine Chance kriegt man nie wieder. Gesagt, getan: Halbwegs pünktlich kamen alle Teilnehmer zusammen, die guten Stücke wurden im Sprinter verladen und Carsten berichtete Stephan Lindloff, wo die schönsten Plätze in der Gegend zum Fotografieren sind.
 
Also machten wir uns auf dem Weg Richtung Elm zu ausgewählten Plätzen, Carsten bei Stephan mit im Auto und ich im Sprinter hinterher.
 
Am Gut Lucklum am gußeisernen Zaun angekommen, entsprach dies beim weitem nicht den Erwartungen des Ablichters und ich durfte über eine halbe Stunde warten, bis beide wieder zurückkamen und über die neue „Location“ berichteten. Man hatte im Gut direkt geklingelt und gefragt, ob die Bilder auf dem Gutshof geschossen werden konnten. Die etwas herrische Gutsbesitzerin ließ sich dann von dem Tribut von zwei Flaschen Sherry auf eine Flasche sehr guten Proseccos runterhandeln.
 
Also rauf auf den Gutshof, welcher wunderschön gelegen ist, ein Bach mit einer Furt führt diagonal über den Hof, im Bach tummelten sich die Forellen und ein alter Baumbestand spendete glücklicherweise bei fast 32 Grad den ersehnten Schatten.
 
Wir luden die Maschinen aus und stellten diese nach Anweisung auf: Hier noch ein bißchen nach vorne Rücken, da bitte den Lenker gerade stellen, halt: die Maschine bitte ca. 20 cm weiter nach hinten, stop, jetzt noch etwas nach rechts. Gut, aber die Zweizylinder Rover muß jetzt doch etwas weiter nach vorne. Absolut schweißtreibend.
 
Anschließend erhielten wir dann die Anweisung die stilgerechte Kleidung anzulegen und uns hinter die Maschinen zu stellen. Wir sollten uns lächelnd angucken und uns dabei unterhalten, zwischendurch wurden die Blitzlichtgeräte umdrapiert und die ersten Fotos geschossen. Das ging nur immer klackklacklackklackklack. Nach ca. 10 Minuten war Pause und wir konnten beim Meister die ersten Abzüge auf dem Laptop bewundern. Schatten wurden gleich im Bildbearbeitungsprogramm entfernt, absolut irre, wie mit der heutigen Technik die Bilder manipuliert werden (Man denke nur an Angie´s Schweißflecke).
 
Dann mussten wir uns wieder anziehen und es ging von vorne los, es wurden jede Menge Bilder geschossen mit unterschiedlichen Brennweiten und Belichtungszeiten. Auf Nachfrage erklärte uns der Bildermacher, daß er diese benötige, um diese dann später mit anderen Bilder als eine Art Puzzle oder Patchwork zusammensetzen. Das ganze dauerte dann ca. noch einmal 20 Minuten. Und in den Lederklamotten kam man sich wie in einem Römertopf vor.
 
Anschließend wurden die Maschinen an einem anderen Ort auf dem Gutshof einzeln abgelichtet. Hierfür wurde mit einem speziellen Spiegel (sieht aus wie Stoff mit Alufolie beschichtet) die reflektierende Sonne eingefangen und auf bestimmte Punkte richten: Jetzt brauche ich Licht auf das Rücklicht, jetzt bitte auf das Logo, halt vorher machen wir noch den Motor, bitte ein bißchen weiter links. Das funktioniert so: Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel, da hast Du wohl in Physik nicht aufgepasst. Danach durfte ich dann den Reflektor betätigen, ca. eine Stunde in der prallen Sonne, gerade für mich als Schattenmensch sehr angenehm. Dann wurde noch einmal die Zweizylinder Rover umgestellt und mein Schwager durfte sich in voller Montur draufsetzen und ich musste erneut die technischen Requisiten bedienen.
 
Anschließend wurden die Dinger wieder eingeladen und der Ort für die Fahraufnahmen aufgesucht. Hier stellte sich Stephan auf einen Acker, nach dem er seine Kamera mit einem großen Teleobjektive versehen hatte. Carsten musste mindestens achtmal hin und herfahren, ehe sich der Meister zufrieden gab. Das Wetter war für diese Aktion und diesen Sommer einmalig, keine Wolke war am Himmel zu sehen.
 
Danach vollführten wir die spektakulärsten Aufnahmen. Ich durfte den Panda, übrigens ein Langzeit-Testmodell einer anderen Autozeitschrift, fahren, Stephan hing aus dem Seitenfenster und Carsten bewegte die Zweizylinder. Auf etwa zwei Kilometer Strecke mit einer Kurve fuhren wir mindestens fünfmal hin und her, ich immer ganz weit links: Fahr weiter links, bleib dicht hinter ihm, halt bloß das Tempo, nicht so langsam, jetzt etwas voraus, nicht so schnell. Auf den laufende Verkehr musste ich dabei auch achten. Endlich war der Meister zufrieden. Am Ausgangspunkt angekommen, hieß es plötzlich: Die Kurve ist sehr schön, da bringst Du mich jetzt hin und Carsten muß da dann mal durchfahren. Das mal durchfahren war dann doch etwas mehr!
 
Stephan Lindloff pirscht sich an sein Opfer heran - da sage noch einer fotografieren wäre keine harte Arbeit!
 
So jetzt haben wir 85 % unserer Arbeit geschafft. Da hinten war ein toller asphaltierter Feldweg, da machen wir dann noch ein paar Standfotos, die Abendsonne bringt uns besonders viel Licht. Also wieder dahin und alle Mopeds ausladen. Stephan schmiss sich auf den Boden, während wir in der prallen Sonne die drei Motorräder aufstellen mussten. Erst von hinten, dann von der einen Seite, dann unter 45 Grad, dann von vorne, wieder 45 Grad andere Seite, dann von der anderen Seite. Schwager lud dann lieber die Maschinen ein als diese schweißtreibende Arbeit zu machen. Du bist jetzt zu dicht an mich rangekommen, schieb Sie ruhig zwei Meter weiter nach hinten, nicht so weit. Steht der Lenker gerade. Nein der steht nicht gerade, du bist zu dicht am Gras weiter nach vorn, das war jetzt zu weit, usw...
 
Gegen 18.30 waren wir dann endlich erlöst. Ich schätze Stephan Lindloff hat ca. 1200-1400 Bilder geschossen. Für den Fachmann: Jede seiner Sitzungen sind immer ca. 5 Gigabyte an Bildern.
 
Nach diesem „Shooting“ kann man Claudia Schiffer und Co. schon verstehen, daß muß ein Knochenjob sein. Aber es hat Spaß gemacht und es ist eine bleibende Erinnerung, die man dann irgendwann an langenden Winterabenden seinen Enkelkindern anhand der Markt, Ausgabe November 2005 erzählen kann. Guck mal, da fährt dein Großonkel Carsten.
 
Text und Fotos: Tobias Wehrstedt
 
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