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| Roverdrive > Jahrgang 2005 > Heft 1 > Der Road - Rover | Auswahl | Ende |
| Roverdrive 1 / 2005 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Der Road - Rover | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Heft 1/2005 Heft 2/2005 |
Alles schon einmal dagewesen - oder Range Rover historisch Als 1970 der Range Rover auf den Markt kommt, ist man nicht nur in Großbritannien begeistert - das Konzept wird auch im Ausland ein Erfolg. ![]() Road Rover Prototyp Nummer 4, 1952 Heute vergessen, aber im Ansatz ähnlich, war schon wenige Jahre nach Einführung des Land Rover 1948 ein Fahrzeug entwickelt worden, das durchaus als Vorläufer des späteren Range Rover gelten kann: der Road-Rover. Zwischen dem Arbeitstier Land Rover, der sich weltweit blendend verkaufte und den Limousinen der Rover Company sollte ein Bindeglied entwickelt werden, das sowohl vom Raumangebot als auch vom Preis der Kundschaft entgegen kommen sollte. Ein Fahrzeug, das zwar für den Straßenbetrieb gedacht war, aber auch auf unbefestigten Wegen das Fortkommen sicherstellen sollte. Maurice Wilks, späterer Chairman der Firma Rover, ist in den 1950er Jahren maßgeblich für das Design der P4-Modelle verantwortlich. Er ist es, der schon 1951 einen siebensitzigen Station Wagon auf Land Rover-Fahrgestell entworfen hat. Die Kosten für die Karosseriefertigung übersteigen aber das gesetzte Preislimit und damit ist das Projekt so nicht zu verwirklichen. Doch Wilks überarbeitet seinen Entwurf und sieht für sein neues Konzept eines "Road-Rover" eine völlig neue Karosserie auf einem verkürzten P4-Fahrgestell vor. Es werden aber auch andere Kombinationen überdacht, so etwa eine Land Rover- Karosserie auf P3-oder P4-Chassis oder eine Gebrauchsfahrzeug-Karosserie auf Land Rover-Basis. Selbst eine Pontonkarosserie und Frontantrieb ist im Gespräch.
Gegen Ende des Jahres 1951 ist man zu dem Entschluß gekommen, das verkürzte P4-Fahrgestell zu verwenden. Erste Karosserieentwürfe entstehen und Bilder eines 1:1-Modells zeigen ein kastenförmiges Fahrzeug, das im Windkanal sicher ähnliche Werte wie ein Möbelwagen erreicht hätte. Aber Windschlüpfrigkeit und Schönheit sollten ja schließlich nicht die maßgeblichen Kriterien des Road-Rovers sein. Anfang 1952 wird der erste Prototyp auf der Basis eines P4 75 Exportmodells gebaut und erhält im April seine Straßenzulassung. Als Antrieb dient vermutlich ein 2-Liter-Vierzylinder, der ab 1953 in den P4 60 Saloon und später in die Land Rover-Modelle eingebaut wird. Große Fensterflächen, zwei Türen seitlich und eine am Heck, die aber nur die linke halbe Fahrzeugbreite einnimmt (die andere Hälfte ist mit einer Halterung für das Reserverad versehen), sind charakteristisch für den Road-Rover der ersten Generation. Bis Ende 1952 werden drei weitere Prototypen fertiggestellt. Zwei weitere folgen im Februar und März 1953, die aber wohl den ersten Fahrzeugen entsprochen haben dürften, auch wenn inzwischen wieder einmal das Thema Frontantrieb in die Planung einbezogen und auch über ein V6-Triebwerk nachgedacht wird. ![]() Road Rover Prototyp der Serie II: Geteilte Frontscheibe, man experimentiert mit Zweifarben-Lackierungen. Im April wird beschlossen, den Road-Rover in Serie zu bauen und weitere Finanzmittel werden für die Produktion bewilligt. Ein Datum für den Produktionsbeginn legt man allerdings nicht fest. Sechs Prototypen hätten sicher zu Erprobung des Road-Rovers ausgereicht, aber im Juli 1953 wird noch ein weiterer Wagen angefertigt. Es läßt sich heute nicht mehr feststellen, ob plötzlich Probleme auftraten und welcher Art sie waren; Tatsache ist aber, daß im Juli das Unternehmen Road-Rover erst einmal mit dem Hinweis auf einen Produktionsbeginn "etwa Juni 1954" auf Eis gelegt wird.
Trotzdem werden bis November 1953 noch zwei Prototypen (Nr. 8 und 9) gebaut und je einer im Juni und Juli 1954 (Nr. 10 und 11). Die letzten Fahrzeuge haben nun eine Hecktür, die die gesamte Wagenbreite einnimmt; das Reserverad verschwindet unter dem hinteren Wagenboden. Spätestens jetzt hätte ja eigentlich die Produktion schon in vollem Gange sein sollen, aber es geschieht nichts. Diskutiert wird aber immer noch die Antriebsart und es ist sogar die Rede von drei unterschiedlichen Modellvarianten: Hinterrad-, Front-und Vierradantrieb! Darüber hinaus werden Überlegungen über andere Getriebe- und Kupplungstypen angestellt, über Vorderachsaufhängungen mit innenliegenden Bremsen und Scheibenbremsen für die hinterachsgetriebenen Modelle. ![]() Road Rover - Emblem der Vorserienwagen, wahrscheinlich für die Serienfertigung vorgesehen. Man erhält den Eindruck, daß bei den Bemühungen um die eierlegende Wollmilchsau das eigentliche Ziel aus dem Blickfeld geraten ist, obwohl keine der technisch aufwendigen Ideen jemals in eines der Versuchsfahrzeuge eingebaut wird. Ach ja, im Juni 1955 erblickt Prototyp Nummer zwölf das Licht der Welt und damit ist zunächst auch das Ende der Road-Rover Serie I gekommen. Niemand bei Rover scheint mit genügend Nachdruck die Entwicklung vorangetrieben zu haben und der Initiator Maurice Wilks ist mit dringenderen Problemen bei Rover ausgelastet. 1956 wird das Engineering Department umorganisiert und Dick Oxley als verantwortlicher Projektleiter Road-Rover eingesetzt. Oxley und sein Team überarbeiten das Konzept, ohne aber gravierende Änderungen vorzunehmen. Statt der Vorderradaufhängung des P4 wird nun die des in Entwicklung befindlichen P5 mit seinem Drehstabsystem vorgesehen und ein möglicher Einbau des neuen 2,3-Liter-Sechszylindermotors geplant. Das Äußere erfährt allerdings eine entscheidende Veränderung: die eckige Schuhschachtel ist passé, der neue Road-Rover zeigt eher amerikanische Linien, kommt aber immer noch mit einer geteilten Frontscheibe daher. In seinem Buch "Rover P4 The Complete Story" bezeichnet James Taylor den Road-Rover der zweiten Serie als "geschrumpften Chevrolet Station Wagon". Diesem Vergleich kann man durchaus zustimmen. ![]() Road Rover-Prototypen Nummer 8 und 9 der Serie II vor der Versteigerung. Auch die Serie II, deren erster Prototyp im Sommer 1956 gebaut wird, erhält nur zwei Türen, aber eine horizontal geteilte Heckklappe. Zehn weitere Exemplare entstehen bis Mitte 1958, einige davon erhalten nun auch eine einteilige Frontscheibe. Der zunächst für Januar 1958 geplante Beginn der Serienproduktion wird etliche Male verschoben. Der Bau des Road-Rover hat keine hohe Priorität und für Rover gibt es 1958 andere wichtige Termine: Der P5 3-Liter wird eingeführt, ein verbesserter Land Rover löst die erste Serie ab und es wird am P6 gearbeitet. Trotz allem ist das Projekt Road-Rover bis Sommer 1958 so weit gediehen, daß ein Road-Rover III als Endprodukt auf dem Papier existiert. Äußerlich der Serie II angeglichen hat er aber einen geringfügig vergrößerten Radstand (2.489 mm statt 2.464 mm) und soll mit dem 2,3-Liter-Benzinmotor des Land Rover ausgestattet werden. Drei dieser Vorserienmodelle werden im November 1958 gebaut.
Es werden auch schon Fahrgestellnummer-Serien für Exportmodelle festgelegt: die 3018-Serie für rechts- und die 3038-Serie für linksgesteuerte Wagen. Viel mehr bewegt sich aber nicht. Abgesehen von der Tatsache, daß noch mindestens ein weiteres Vorserienmodell entsteht. Im Februar 1959 wird entschieden, die Produktion nun endgültig im Mai 1960 anlaufen zu lassen, aber wieder kommt es anders. Dem Road-Rover ist kein Glück beschieden. Rover benötigt Raum und Kapital für die Fertigung des P6 und am 03. April 1959 wird der Road-Rover endgültig von den Entwicklungsplänen des Engineering Departments gestrichen. Man könnte noch erwähnen, daß Pläne, die nicht in den Bau eines Prototypen mündeten, den Road-Rover der Serie II/III als Pickup und sogar als offenen Roadster vorsahen. Über den Verbleib der Road-Rover ist nicht sehr viel bekannt (siehe nächste Seite). Nummer 12 der Serie I befindet sich im Heritage Motor Museum. In "Freewheel", dem Magazin des Rover Sports Register erschien im April 2003 ein Artikel über die Serie II-Prototypen Nummer acht und neun, die aus Privatbesitz versteigert wurden.
Text: Reinhard Stadthaus Fotos: Rover P4 The Complete Story; Freewheel Nach oben | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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