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| Roverdrive > Jahrgang 2005 > Heft 1 > Das Wikingerschiff als Rover - Logo | Auswahl | Ende |
| Roverdrive 1 / 2005 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Das Wikingerschiff als Rover - Logo | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Heft 1/2005 Heft 2/2005 |
Der Einfluß der Wikinger Die Entwicklung des Wikingerschiffs als Markenzeichen der Firma Rover Teil 1: 1927 - 1972 Wir wissen heute nicht mehr, was die Inhaber der 1885 gegründeten deutschen Firma "Chemnitzer Velociped- Depot" dazu bewogen hat, ihren Betrieb 1907 in "Wanderer-Werke" umzubenennen (ab 1912 serienmäßiger Automobilbau). Ebenso wenig kennen wir den Grund, den die Firma J. K. Starley & Sutton Co in Coventry hatte, 1884 das von ihr produzierte Dreirad "Rover" zu nennen. Die Firma bringt 1904 das erste Automobil unter diesem Namen auf den Markt. Um nun eine Verbindung zwischen den beiden Firmen herzustellen, sollten wir uns mit der Bedeutung des englischen Wortes "Rover" befassen. Im "Critical Dictionary of the English and German Languages", Leipzig 1859, finden wir: Herumschwärmer, Wanderer, Wankelmüthiger, Seeräuber, Corsar. Langenscheidts Handwörterbuch Englisch von 1978 erklärt: 1. Vorspinnmaschine; 2. (ruhelos) Wandernde(r), Wanderer; Herumstreicher(in); Wandertier; brit. älterer Pfadfinder; Seeräuber; Rugby: Außenspieler; Bogenschießen: Ziel in unbestimmter Entfernung, Fernziel. Für die Deutung bei der Firma Wanderer gab es keine zwei Möglichkeiten. In der deutschen Sprache ist ein Wanderer jemand, der sich zügig von Punkt A nach Punkt B bewegt. Das will man auch mit einem Automobil - nur wesentlich schneller. Bei der Firma Rover, Coventry, hat man anfangs für "Rover" vielleicht ebenfalls die Bedeutung "Wanderer" im Sinn gehabt. Doch kurz nach dem ersten Weltkrieg, als martialisches Denken noch in allen Köpfen steckt, legt man sich fest: 1919 erscheint mit dem neuen Rover 8 hp erstmalig der Wikingerkopf, allerdings nicht am Fahrzeug, sondern in einer Reklame für den Wagen. Rover entscheidet sich also nicht für den gemütlichen Wanderer oder den vielleicht etwas frivolen Herumtreiber, sondern für den Seeräuber. Diesen wiederum mit den Wikingern in Verbindung zu bringen ist für Engländer durchaus logisch, haben die Nordmänner doch ab 802 schon auf den Orkney-Inseln gesiedelt und erstmals 836 London geplündert - so etwas vergisst man nicht! Seit 1922 ist die Figur oder auch nur der Kopf eines Wikingers mit Federhelm das Markenzeichen der Firma. Im Juni 1927 erfährt man in einer Werbung für den Rover 16-50 hp Saloon, er sei "Sturdy as an old Sea Rover". Ab 1927 erscheint das stilisierte Wikingerschiff erstmalig als Plakette am Kühler eines 16 hp sowie als Logo in Fahrzeugunterlagen und in der Werbung. Der Wikingerkopf krönt nun den weit nach oben gezogenen Vordersteven eines Schiffes; hier war bei den Langbooten der Wikinger in den meisten Fällen ein Drachenkopf angebracht. Der schwarze Rumpf ist glatt, das rote Segel trägt den Firmennamen "Rover" und im gedruckten Logo pflügt das Schiff durch Wellen, die durch Akanthusblätter dargestellt sind.
Die Fahrt scheint allerdings nicht friedlichen Zwecken zu dienen, denn an beiden Rumpfseiten sind in Höhe des Dollbords je drei Schilde zu sehen. Diese Art des Schutzes wurde von den Wikingern nur angebracht, wenn in Kürze ein Kampf zu erwarten war. 1930 erhält der Rover Meteor 20 ein eigens gefertigtes Emblem, das sich allerdings deutlich an die erste Ausführung anlehnt. Die Farbe des Segels ist nun goldgelb, von gleicher Farbe sind die Wellen, die nun den Schriftzug "Meteor" tragen. Das "V" im Namen Rover wurde in den Vordergrund genommen, sodaß seine Spitze den Steven verdeckt.
Die dreieckige Hintergrundform taucht wohl erstmals 1932 mit den Modellen Pilot 12 und Pilot 14 auf. Verwendung findet die Urform des Schiffs. Die Typenbezeichnung ist am Bug angebracht und vertikal darunter ist der Schriftzug "Pilot" zu lesen. Der verchromte Wikingerkopf wird oft als Krönung des Kühlerverschlusses angebracht. Etwas verändert finden wir die Darstellung an einem 10 hp von 1934. Das Dreieck am Kühler zeigt sich ähnlich dem am Rover Pilot, das heißt, daß das Wikingerschiff in seiner Art und Form übernommen wurde, die Typenbezeichnung erscheint aber nun außerhalb des Schiffsrumpfes im unteren Drittel des Feldes. Der Rover Speed Pilot des Jahres 1933 wird mit einem Emblem versehen, das die Bezeichnung "Rover Speed" auf blauem Untergrund in einem schwingenartigen Feld stark hervorhebt. Das Wikingerschiff fällt vergleichsweise klein aus.
Rumpf, Segel und Schilde sind rot; Wikingerkopf, Schrift und Umrandungen zeigen die Materialfarbe des Emblems, Messing. In den Jahren 1933-47 erhalten Rover-Automobile außerdem eine Plakette an den Stoßstangen, die das Wikingerschiff wieder in seiner ursprünglichen Form und Farbe zeigt. Ergänzend dazu sind hellblaue Wellen zu sehen. In zwei Spruchbändern darunter erscheint der Name des Herstellers der Stoßstangen: Wilmot Breeden Ltd., Bham (für Birmingham), All British Bumpers. 1936 wird in Publikationen der Firma Rover ein geändertes Design verwendet. Die Akanthusblätter sind umfangreicher und unterhalb des Schiffsrumpfes ist ein gewundenes Spruchband mit dem Text "ANIMO ET FIDE" (lat. Mut und Vertrauen) eingefügt. Wenige Jahre später hat Rover hoffentlich nicht den Mut verloren, denn ein neues Logo zeigt zwar immer noch das Spruchband, jetzt aber ohne Text. Die Akanthusblätter sind nun wieder weniger beherrschend und die Gesamtansicht gleicht der ursprünglichen Ausführung. Derjenige, der damals das Rover-Gebäude (Tyseley Factory) in der Hay Hall Road in Birmingham betrat, musste sogar aufpassen, nicht über das Wikingerschiff und seine Verzierungen zu stolpern. In der Eingangshalle war ein Bodenmosaik eingefügt; das Spruchband ohne Text hatte allerdings auf jeder Seite eine Windung mehr.
Am Kühler der Rover Modelle ab 1937 findet sich diese Ausführung des Wikingerschiffs. Der Vordersteven ist kürzer, dadurch befindet sich das verkleinerte "V" im Schriftzug nun über dem Wikingerkopf mit Federhelm. Über dem roten Segel ist jetzt die Mastspitze mit einer aus Sicht des Betrachters nach rechts wehenden Flagge zu sehen. Zwischen Flagge und Rah ist ein Mastkorb angedeutet, den Wikingerschiffe allerdings nie hatten. Der Bootsrumpf zeigt deutlich die tatsächliche Klinkerbauweise (die Beplankung wird überlappend angebracht) dieses nordischen Bootstyps. Das Dollbord ist mit Ornamenten verziert. Die drei Schilde an jeder Seite sind nur schwer auszumachen; bei näherem Hinsehen sind aber nun Ruder zu erkennen. Das Wasser wird durch vier Wellenlinien, blau unterlegt, dargestellt und eine Bugwelle ist angedeutet. Unterhalb der Abbildung ist die Modellbezeichnung eingefügt. Die Dreiecksform des Untergrunds mit den eingezogenen Längsseiten läßt das dargestellte Schiff schlanker erscheinen, doch das ist eine optische Täuschung. Diese Art der Darstellung wird bis zum Modell P3 60 und 75 von 1948 beibehalten.
Dasselbe Emblem ist auch auf einer runden, verchromten Platte auf dem Kofferraumdeckel angebracht (bei Fahrzeugen, die das Reserverad nicht an dieser Stelle befestigt haben). Ein neuer Platz für das Wikingerschiff wird mit dem 1949 erschienenen P4 75 (Cyclops) gefunden: die Lenkradmitte. Hier liegt das Schiff vor Anker bis zu Einstellung der Baureihe P5B im Jahr 1973. Die ältere Form des Wikingerschiffs ist aber nicht in Vergessenheit geraten. Sie wird noch über viele Jahre als runde Messingblechplakette im Zentrum der verchromten Radkappen angebracht, erst bei Modelländerungen der P4Typen 80 und 100 im Jahr 1960 wird diese Form ersetzt. Die neue Form ist identisch mit der Darstellung in Lenkradmitte, wie oben zu sehen.
Eine Sonderstellung nimmt das Kühler-Emblem des P4 75 ein. Dieser Rover wird wegen seines Zusatzscheinwerfers in der Mitte des Kühlergrills auch "Cyclops" genannt. Das Wikingerschiff ist auf einem Untergrund zu sehen, der einem Wappenschild gleicht. Der bei allen früheren Entwürfen als oberer Abschluß des Vorderstevens zu sehende Wikingerkopf befindet sich nun oberhalb des Wappenschilds. Der Schnäuzer des Wikingers hat eine ebenso bemerkenswerte Länge wie die Flagge, die bis zum Außenende der Rah weht. Ruder fehlen bei dieser Ausführung. Der untere Teil des Wappenschildes wird verdeckt durch die Bugwelle und das umgebende Wasser mit seiner wellenförmiger Struktur. Dieses etwas ausgefallene Emblem (hier rechts zu sehen) verschwindet im Rahmen der Modellpflege ebenso wie das Zyklopenauge im Grill. Man kommt auf die Vorkriegsform zurück, nun aber erscheint die Typbezeichnung auf dem Segel und wir zählen sechs Wellenlinien. Der Rover-Schriftzug befindet sich auf einer verchromten Leiste über dem Emblem an der Vorderkante der Motorhaube, darüber der Wikingerkopf.
Die geänderte Anordnung ist hier bei P4 100 und 105 S gut zu sehen. Bei diesen späten Typen (1960 und 1957) der Baureihe P4 ist das Schiff mit allen zugehörigen Teilen, ebenso die Einfassung des Segels, jetzt von silberner Farbe. Das Wikingerschiff schwimmt nun allerdings auf nur noch drei Wellen, die blau unterlegt sind. Mit dieser Ausführung ist man von den emaillierten Emblemen zu solchen aus Plastik übergegangen. Die R-und S-Modelle tragen den entsprechenden Buchstaben im Segel.
Rover P5 Mk I und II übernehmen bei ihrem Auftreten 1958 bzw. 1962 das Design des Kühleremblems der letzten Modellreihen des P4. Dem Emblem werden aber keinerlei Zahlen oder Buchstaben hinzugefügt. Das Segel ist auch hier völlig glatt, das Blau des Wassers ist geblieben. Mit dem P5 Mk III wird die See noch ruhiger - es bleiben nur zwei Wellen. Aber auf schwarzem Grund ist nun wieder Gold zu sehen. Das rote Segel zeigt wieder die angedeuteten Stoffbahnen und über allem ist "Rover" zu lesen. Auf den C-Säulen des P5B-Coupé darf der Wimpel nach links wehen.1967 wird der P5 durch Einbau des V8-Motors zum P5B und erhält am Mittelsteg der Kühlerblende nun nur noch das Wikingerschiff ohne Zusätze. Das Schiff scheint zu schweben, da ihm Ruder, Wasser und Wellen genommen wurden. Das Material ist etwas problematisch, da es nur im Neuzustand golden glänzt, nach einiger Zeit aber mit keinem bekannten Mittel je wieder in diesen Zustand zurückzuversetzen ist. Am P5B Coupé ist zusätzlich noch ein weiteres Schiff an der C-Säule angebracht. Es zeigt nur noch die Umrisse; der Rumpf verschwindet fast unter dem großen Segel. Der Wind hat gedreht und läßt die Flagge nach links wehen. Einzelheiten wie Schilde oder Ruder sind bei dieser Ausführung nicht mehr zu sehen. Bei späteren Modellen der Baureihe P6 werden wir diesem Emblem erneut begegnen. Auf Publikationen zum P5 zu sehen: eine weitere Version des Wikingerschiffs.Bei Publikationen zum P5 taucht eine weitere Version auf, die aber Ähnlichkeit mit dem Kühleremblem des P5B hat. Der Wikingerkopf am Vordersteven ist aber wesentlich kleiner und das Segel ist ohne Struktur. Der Rumpf zeigt drei Plankengänge. Hier beenden wir den ersten Teil unserer Betrachtungen über das Wikingerschiff und seine Entwicklung bei Rover. In der nächsten Ausgabe werden wir mit Einführung des P6 den weiteren Weg bis heute verfolgen. Text: Reinhard Stadthaus Abbildungen: diverse British Leyland Publikationen, Rover P4 -The Complete Story, Reinhard Stadthaus Nach oben | ||||||||||||||||||||||||||||||||
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