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Roverdrive 2 / 2004
Rover-Treffen in Ragley Hall, UK
Presse
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Roverdrive
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Seine Lordschaft lassen bitten....
Ragley Hall, Alcester / Warwickshire
9. - 12. Juli 2004

 

 
Das Wetter am 9. Juli war eigentlich ähnlich, wie all die Tage und Wochen vorher: schlecht. Ich befand mich auf der A4 in Richtung Aachen, wo ich mit Familie Jagdfeld in Alsdorf verabredet war. Dort würde ich dann auch Familie Rzepkowski aus Rostock kennen lernen, die bereits am Vorabend eingetroffen waren. Hatte es in den letzten Wochen einen eher miesen Sommer gegeben, der wenig Sonne hatte, so versprach der jetzt wieder heftig einsetzende Regen für unsere bevorstehende Reise nach England nicht viel Gutes. Gegen 08:45 Uhr stand ich dann - mittlerweile nur noch im Nieselregen - bei Jagdfelds, die noch frühstückten, vor der Tür. Nach einem gemeinsamen letzten Kaffee, bei dem ich Susi und Norbert Rzepkowski kennen lernte, konnte es dann losgehen.
 
Heinz Jadgdfeld hatte sein "Tantchen", einen Rover P4 100, Baujahr 1960 bereits vollgetankt. Er verlud schnell unser Gepäck und die Jacken und die Fahrt begann. Da ich selber P6 fahren gewohnt bin und den P4 eigentlich nur "aus der Ferne" kannte, abgesehen von einer kleinen Fahrt als Beifahrer bei einem Treffen in Österreich einige Zeit zurück, war ich natürlich gespannt, wie es sein würde, mit einem "Tantchen" eine so große Strecke zurückzulegen. Das Ziel war immerhin Stratford-upon-Avon, in der Grafschaft Warwickshire, in der Mitte Englands, das Weltruhm genießt als Geburts-und Wirkungsstätte William Shakespeares. Für ein über 40 Jahre altes Auto also eine ganz ordentliche Distanz von gut 700 Kilometern an einem Tag!
 
Um es gleich vorweg zu nehmen, liegen geblieben ist keines der "Tantchen". Weder unsere beiden, noch die zwei weiteren P4 von Tobias Wehrstedt aus Wolfenbüttel, der zusammen mit seiner Tochter Nora reiste, und auch nicht das Auto von Anni und Werner Müller aus Oldenburg, die wir aber erst am Hafen von Calais treffen sollten. Mit von der Partie war der Schwager von Tobias, Carsten, der in seinem VW-Bus zwei Imperial-Rover Motorräder aus den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts mitnahm und den P4 Pulk begleitete.
 
Warten auf die Fähre
 
Am Hafen von Calais angekommen, ging es erst mal nicht weiter. Das Schiff hatte angekündigte 30 Minuten Verspätung, die sich aber auf 90 Minuten ausweiteten. Wie sich in Dover rausstellte, gab es wohl Probleme beim Öffnen der Bugtüre, die über einen Kette mechanisch geöffnet werden mußte. Nachdem wir dann endlich in Dover von Bord gehen konnten, ging die Fahrt weiter, die ja bis dato störungsfrei abgelaufen war (abgesehen vom Schiff) - diesmal links herum. Der Beschilderung folgend von Dover in Richtung Folkestone via Küstenstraße über die weißen Kreidefelsen und Hügel entlang Richtung London zur Ringautobahn M25. Heinz und die anderen hatten sich schnellstens an den Linksverkehr gewöhnt, und man bekam -jeder der mit dem Auto schon einmal in Großbritannien unterwegs war kann dies bestätigen -von den "Einheimischen" Schützenhilfe. Zumal der Konvoi von vier offensichtlich alten Autos das Interesse der anderen Verkehrsteilnehmer weckte. Vier Rover P4 auf einen Streich sieht man heutzutage auch in "Merry old England" nicht täglich, schon gar nicht mit ausländischen Nummernschildern. Bereits in Holland und Belgien hatten wir feststellen können, daß von Kindern aus vorbeifahrenden Autos öfters, aus Reisebussen so gut wie immer, gewunken wurde. Es gipfelte darin, daß uns die vier Passagiere eines "Seventyfive" in Belgien auf der Autobahn laut hupend und blinkend zuwinkten und fand seine Fortsetzung auf der M25 im Stop and Go um Heathrow herum.
 
Während wir im Stau auf dem größten Stadtautobahnring der Welt (120 mls = 193 km) ehrfurchtsvoll den von Heathrow im 6-Sekunden-Takt startenden Jets über uns nachschauten, zollten die an Dauerstau und Flugzeugstau gewohnten Bewohner der größten (Haupt-) Stadt Europas der ganz ohne Zweifel größten Ansammlung von ausländischen Rover P4 ihren Tribut. Insofern auch dies ein Rekord!
 
Immer wieder sah man besonders jüngere Verkehrsteilnehmer, die sich die Autos sehr aufmerksam ansahen. Jugendliche, die diese Autos selber gar nicht mehr kennen, ließen ihre Blicke an den Autos entlang gleiten, um dann an der Motorhaube mit dem Typenzeichen hängen zu bleiben und den Namen Rover zu buchstabieren. Bei älteren Verkehrsteilnehmern konnte man immer wieder spontane Freude und Wiedererkennen registrieren. Jugenderinnerungen! Schließlich war "Auntie" früher sehr verbreitet und beliebt gewesen. Heinz nahm es gelassen zur Kenntnis und grinste.
 
Stratford-upon-Avon


Nachdem wir nach etwa drei Stunden London passiert hatten, ging es dann flott die M40 weiter nordwärts in Richtung Oxford. Über die Ausfahrt Warwick und dann der Landstraße folgend erreichten wir unser Ziel Stratford gegen 20:00 Uhr. Nachdem wir alle Quartier bezogen hatten, ich bei einem ortsansässigem Freund, die anderen im "Moonraker Hotel", traf man sich später noch auf einen Absacker im "Red Lion", direkt am Avon gelegen, um auf die gelungenen Anreise und das bevorstehende Wochenende anzustoßen.
 
Am Samstag trafen wir uns dann morgens, um das British Heritage Museum of Transport in Gaydon, ca. 15 Kilometer von Stratford entfernt, zu besuchen. Vorbei am "Red Lion" und über die mittelalterliche Avon-Brücke ging es auf gewundenen Landstraßen nach Gaydon. Die vier Oldies schlängelten sich bergauf und bergab über hügelige Sträßchen der Midlands, die wald- und heckenbesäumt nach 30 Minuten an der Zufahrt des Museums endeten.
 
Vor dem Hauptgebäude angekommen, fanden wir noch diverse englische P4 auf dem Parkplatz. Offensichtlich ebenfalls Roverfahrer, die zum 100-jährigen am Sonntag nach Ragley Hall wollten. Im Museum selber starteten wir mit einem Besuch des Shops, der ein umfangreiches Angebot bereithält. Angefan gen bei Kopien von Konstruktionszeichnungen zahlreicher Autos und Marken, über T-Shirts, Videos, Tassen, Bücher, Reparaturanleitungen, Automodelle, Schlüsselanhänger, Poster und Postkarten konnte man sehr lange stöbern und auch viel Geld los werden. Das neuste Modell von Vanguards im Maßstab 1:43 war der Rover SD1 als schwarze Vitesse EFI und als Autobahnstreifenwagen. Es gab auch Jubiläums-Serien Rover P6 in Original MG-Rover- Verpackungen und vieles mehr. Hier fand ich dann auch endlich einen passenden Austin-Schlüsselanhänger für meinen 1973er Allegro.
 

Museumsreifes in Gaydon

Rover Two-wheeler


Dann ging es der Autosammlung selber zu, die im Keller des Museums plaziert ist. Wenn man die Ausstellung im Uhrzeigersinn begeht, bekommt man zuerst die Fahrzeuge aus den Anfängen der Motorisierung zu sehen und arbeitet sich dann langsam durch bis in die Jetztzeit. Es gab eine ganze Reihe seltener Autos wie Rover 8 hp von 1904, 1912er Rover 12 HP Landaulette, diverse Rover der 20er und 30er Jahre, wie Rover 16/50 Coupé von 1927, 1929er Light Six Sportsman Saloon, bis hin zu den Autos von heute wie Rover 100 (Metro), Rover 600, 800 etc. Aber es gibt natürlich auch andere Marken wie Albion, Morris, Triumph, Wolseley, MG, Rolls Royce und seit das Museum im Besitz der Ford-Motorcompany ist, natürlich auch Exponate von Ford selber, wie Anglia, Zephyr, Capri I und III, Zodiac als auch der "Ford"-Marken Jaguar, Aston Martin und Land Rover.
 
P5B Baujahr 1973 als Dauerleihgabe aus dem persönlichen Besitz von Queen Elizabeth II.
 
Besonderes Highlights waren Rover P6BS Sportcoupé, SD 1 Station Wagon, P5B Saloon der Queen, ein weiterer P5B Saloon, der als Transport diverser Premierminister, von Harold Wilson bis hin zu Margaret Thatcher diente, eine Sonderausstellung von MG-Hochgeschwindigkeits-Rekordfahrzeugen und einer Land Rover Ausstellung. Es gab alles in allem Autos aus 100 Jahren zu sehen bis zum derzeit gebauten "Seventyfive" und Jaguar XK8. Um die ca. 100 ausgestellten Autos anzusehen, ohne besonders lange bei einem zu verweilen, waren schon knapp zwei Stunden nötig, so daß der Besuch wirklich lohnend war zumal die Ausstellung regelmäßig wechselt und mit ihren gesamt 300 Exponaten alle Marken umfasst, von BMC-Zeiten bis British Leyland.
 

T4 mit Gasturbinenantrieb von 1962.

Die ungewähnliche Instrumentierung des T4


Auf der Rückfahrt entlang der gleichen Route wie bei der Hinfahrt konnte das Tantchen dann auch zeigen, was in ihm steckt. Bei einem Überholmanöver auf der hügeligen Landstraße waren die 100 PS aus 2,6 Liter Hubraum gefordert. Heinz schaltete in den 3. Gang zurück und nutzte eine ausreichend große Lücke um direkt zwei LKW hintereinander zu überholen. Wie erstaunt war ich, zumal P4-unerfahren, wie behende dieses alte, doch so gestreng dreinschauende Auto sich an den LKws vorbeischob! Wer hätte das gedacht? Auntie picked up her skirts and rushed!!! Zumal ich bis zu diesem Punkt der Reise den P4 als äußerst kommoden Reisebegleiter erlebt hatte, mit dem es sich in großer Würde und Ruhe mit Stil reisen läßt. Heinz grinste zufrieden vor sich hin. Langsam verstand ich auch warum. Seine Frau Inge saß ebenfalls zufrieden auf der voluminösen Rückbank und versorgte uns immer wieder mit Keksen, Tips und Informationen zur Strecke, während sich der Konvoi wieder nach Stratford schlängelte um dort einen freien Nachmittag zur Besichtigung der Stadt und zum Shopping zu nutzen. Das Wetter hatte sich bis dato als recht stabil erwiesen, wobei es zwischendurch sogar richtig sonnig gewesen war. Hatte dies für den nächsten Tag hoffen lassen, sank diese Hoffnung jäh, als der kontinentale Regen vom Freitag uns am frühen Abend einholte.
 
Wir hatten uns gegen 17:30 Uhr am Marktplatz verabredet, um in "The Old Thatch Tavern", einem uralten Pub zu Abend zu essen. Nach dem Essen zogen wir dann noch weiter zu einem kleinen gemütlichen Pub-Crawl ins "Beafeater", wo wir allerdings hängen blieben, bis zur "Last Order". Mein Freund Bill, der auch zugegen war und sich uns angeschlossen hatte, lud uns dann noch zu einem Sekt und Musik aus seiner 70er Jahre Jukebox in sein Haus ein. Dort stießen wir auf den 21. Geburtstag von Rzepkowskis Sohn Florian an. So klang der Abend dann mit einem Toast auf das Geburtstagskind und "Happy Birthday"-Gesängen aus.
 
Am nächsten Morgen, Sonntag um 10:00 Uhr ging es dann endlich dem Höhepunkt entgegen. Das RSR (Rover Sports Register) hatte zur Feier von 100 Jahren Rover Automobile auf Ragley Hall geladen. Der 7.000 Hektar große Herrensitz aus dem 18. Jahrhundert vor den Toren der Ortschaft Alcester ist mit seiner durch Capability Brown gestalteten Parklandschaft mit Rosengarten, Irrgarten und Stallungen malerisch in die Landschaft Warwickshires eingebettet. Bewohnt wird es von Lord und Lady Hertford und ihren drei Kindern sowie jeder Menge Personal. Ohne Zweifel war dies ein dem Anlaß entsprechend würdiger Ort. Nach Ankunft am Tor wurde man von Mitgliedern des RSR begrüßt und die Autos entsprechend ihrer Baureihen und Baujahre in die dafür vorgesehenen Reihen eingewiesen. Die Autos kämpften sich also langsam die riesige Auffahrt hinauf, vorbei an links und rechts in der Parklandschaft grasenden Schafen, um nach ca. zwei Kilometern von dem hoch über uns thronenden, beeindruckenden Herrenhaus begrüßt zu werden. Nicht weniger beeindruckend waren die in Reihen aufgebauten, bereits vorhandenen Fahrzeuge. Am Fuß von Ragley Hall reihten sich die Autos aus sämtlichen Baujahren, beginnend mit kutschenhaften Gefährten wie HP8 Two Seater von 1907, 1922er Rover Eight Flat Twin Coupé und zahlreicher Modelle der 30er und 40er Jahre, zum Teil extra aus Gaydon herangeschafft in verschiedenen Farben und Formen. Weiter ging es mit einer riesigen Anzahl P4, der mit Abstand größte Gruppe in der ungefähr 400 Fahrzeuge zählenden Ausstellung; eine Reihe P5 Saloon und Coupé, sowohl 6-Zylinder als auch V8 und einer Armada aus P6 in allen Varianten inklusive der sehr seltenen Estates mit V8-Antrieb.
 

Tantchen-Parade

Rover 16/20hp von 1907


Mit den modernen Autos hatte man eine Doppelreihe gebildet, sodaß die leider nur sehr wenigen SD1 sich einreihten in die Gruppe aus 800ern der 1. und 2. Serie, Limousinen und Coupés, diversen 200ern der 2. und 3. Serie sowie einer Reihe 200 Coupés, meistens 220 Turbos. Vereinzelt gab es "Raritäten", wie 400 Tourer, ein in England merkwürdigerweise kaum am Markt befindliches Auto, Rover 216 Vitesse (1. Serie) oder Rover 820 Turbo und 620 Turbo zu bestaunen. Überhaupt nicht zugegen waren die von Rover "adoptierten" 100er der Metro-Serie, weder als Limousine noch als Cabriolet oder GTI. Dafür standen aber etwas abseits des Ausstellungsfeldes vereinzelt "Überlebende" aus der British Leyland Familie wie ein Morris Marina GT Coupé in dunkelblau/silber, ein Triumph Stag in braun, ein Triumph Dolomite in grün und andere. Eine kleine Ansammlung von Einzelstücken, wie P4 Cabriolet oder die ebenfalls sehr seltenen Marauder Sport-Cabrios steigerten die Exklusivität der Veranstaltung erheblich, sodaß man mit noch viel mehr Spaß zwischen den Autos auf Decken saß um zu picknicken. Very British, indeed!
 
Very british
 
Die Spitze des Ausstellungsfeldes bildete eine Reihe von MG Rover-Neuwagen die auf einem Stand des Herstellers präsentiert wurden. So kam man dann endlich mal leibhaftig zum Anblick und auch Probesitzen im neuen Stadtauto, dem Cityrover, der ja bekanntermaßen in Indien gebaut wird. Auch waren die neusten Versionen von "Twentyfive", "Fortyfive" und "Seventyfive", gerade frisch renoviert, zugegen. Ebenso der auf dem "Twentyfive" basierende Streetwise, der ja eine Art "Survival Car" für Großstädter mit Ambitionen für Ausflüge über Wald-und Feldwege sein soll. Der Verlust von Land Rover mit seinen 4x4-Fahrzeugen nach der Zerschlagung von Rover Group plc, durch BMW im Jahr 2000, ist eben doch nicht so leicht wettzumachen. Bewußt hatte MG Rover auf die Präsentation von MG Sport-Versionen der Limousinen (ZR, ZS, ZT) und des Sportwagens MG TF verzichtet. Schließlich sollte ja alle Aufmerksamkeit auf Rover selber liegen, was auch gut war. So konnte nämlich die zukünftige Krönung der Rover-Flotte der ungeteilten Aufmerksamkeit der Besucher nicht entgehen. Der neue Rover ("Seventyfive"??) V8!! Sie haben richtig gelesen. Es wird in naher Zukunft nach einer über 18-jährigen Pause wieder eine große Limousine mit acht Zylindern unter dem Namen Rover geben. Dieser basiert auf dem "Seventyfive", was Aussehen und Innenausstattung angeht, hat aber unter dem Blech den bereits aus dem angekündigten MG ZT bekannten V8 von Ford mit 4,6 Litern Hubraum. Hinzu kommt die extra für die V8-Version auf Hinterradantrieb umkonstruierte Basisplattform, damit die 260 PS auch auf die Straße kommen. Die Zielsetzung dürfte damit wohl klar sein. Zurück zur starken, schnellen Reiselimousine mit klassischem Hinterradantrieb à la Rover P5B, P6B oder SD1. Auffallend war der riesige Lufteinlaß in der Stoßstange, der mit dem überarbeiteten Grill ein wenig an Audi der neuesten Generation erinnerte. Mit dem Audi A6, dem BMW der 5er Reihe oder den großen Volvo, Alfa und dem S-Type von Jaguar wird er sich dann auch messen lassen müssen. Ob das nur V8 "gebadgte" Auto ohne den Namen "Seventyfive" auf den Markt kommt, war indes nicht zu erfahren. Denkbar und logisch, wenn auch rein spekulativ, wäre das Wiederaufleben des traditionellen Namens Vitesse, da zumindest in GB der Vanden Plas als um 40 cm verlängerte Chauffeurs-Limo ja bereits im Jahr 2002 lustige Auferstehung feierte. Auch hier fiel die Typbezeichnung weg! Ob, wie für den MG ZT V8 bereits angekündigt, später auch eine Rover- Version mit 360 PS kommen wird, ist unklar.
 
Nicht ganz standesgemäßes Fortbewegungsmittel
 
Bleibt zu hoffen, daß Rovers Pläne zur Rückkehr in den Markt der "großen" Reiselimousinen von Erfolg gekrönt sein wird und die Spritpreise in den nächsten Jahren dies nicht vereiteln werden. Das Auto hat mit Sicherheit ein großes Potential und könnte sowohl den "Seventyfive" pushen als auch die Marke als Ganzes anschieben. Letīs wait and have tea! Eben genau diesen hatten wir dann auch noch nach erfolgter Besichtigung des Herrenhauses im hauseigenen Gartencafé mit Blick in den Park, bevor die Feier ihrem Höhepunkt entgegenstrebte.
 
Ein Concours dīElegance wurde abgehalten, bei dem vorher die schönsten Autos gewählt werden konnten, um dann nach ihrer Vorstellung prämiert zu werden. Dies ließ sich der Hausherr, Lord Hertford, natürlich nicht nehmen und hielt die Verleihung und Übergabe der Preise selber ab, bevor er nach getaner Arbeit in Begleitung seiner Jagdhunde und des Jagdaufsehers in einem Golf-Caddy von dannen zog.
 
Rover Freunde vor Ragley Hall
 
Nachmittags lief uns auch Clubkollege Harald Brombas aus Köln mit seiner Frau in die Arme. Er hatte dort endlich die entsprechenden Kontakte gefunden, um die Restaurierung seines 1936er Rover P2 voranzutreiben. Als die Veranstaltung gegen 18 Uhr zu Ende ging, ließen wir den Abend nach einer gemeinsamen Fotosession der P4-Gruppe mit Sektempfang vor Bills Haus bei einem letzten gemeinsamen Dinner im "Red Lion" und einigen letzten Pints ausklingen.
 
Montagmorgen gegen 06:00 Uhr ging es dann wieder Richtung Dover. Nach einer flotten Kanalüberquerung mit übrigens den gleichen technischen Problemen des Schiffes, wie auf der Hinfahrt, gab es an einer belgischen Raststätte einen letzten gemeinsamen Kaffe, zu dem uns Heinz Jagdfeld eingeladen hatte; er hatte Geburtstag. Danach trennten sich die jetzt nur noch drei "Tantchen". Müllers waren in England geblieben, da sie noch weiter nach Irland wollten, um Freunde zu besuchen. Wir eilten davon Richtung Westen (Aachen), Wehrstedts nach Norden (Wolfenbüttel) und Rzepkowskis nach Osten (Rostock).
 
Als ich gegen 19:00 Uhr in Aachen meinen Rover 214 SEI bestieg, um weiter nach Köln zu fahren, ertappte ich mich beim Blick in den Spiegel. Ich grinste!
 
Text: Martin Blum
Fotos: Norbert Rzepkowski, Reinhard Stadthaus, MG Rover

 
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