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| Roverdrive > Jahrgang 2004 > Heft 1 > Lehrstück für P5 - Fahrer | Auswahl | Ende |
| Roverdrive 1 / 2004 | |||
| Ein Lehrstück für P5 - Fahrer | |||
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Presse Div. Artikel Roverdrive Gesamtindex Jahrgang 2002 Jahrgang 2003 Jahrgang 2004 Jahrgang 2005 Jahrgang 2006 Jahrgang 2007 Jahrgang 2008 |
Heft 1/2004 Heft 2/2004 |
Der Präsident macht eine Reise nach Saarbrücken Ein Drama mit Prolog in 4 Akten Prolog Der P5B-Saloon des Präsidenten hat bekanntlich ein Automatik- Getriebe BW 35. Das bereitete einige Probleme - letztlich fuhr das Auto nur noch rückwärts. Während eines Telefonats wurde Otto Müller, Saarbrücken, das Problem geschildert und dieser empfahl, das Auto nach Saarbrücken zu bringen, um das Getriebe überholen zu lassen. Erster Akt Ermutigt durch einen Tip von Karl Ludwig Heppner, Hattingen, rief der Präsident den ADAC an, bei dem er schon fast 30 Jahre Mitglied ist, und erhielt von dort das Angebot, den P5B mit einem ADAC-Rückführ-Sammeltransport nach Saarbrücken bringen zu lassen. Dieser Transport wurde vom ADAC großzügig subventioniert. Schon einen Tag nach der Übergabe an den ADAC Neuss traf der P5B bei Otto Müller ein. Vorsichtshalber stellte der Präsident ein weiteres defektes Getriebe zur Verfügung, so daß Otto Müller die Auswahl hatte, welches der beiden Getriebe überholungsfähig war. Die zwischenzeitlich stattfindende RETRO CLASSICS ließ die Wartezeit als nicht so lange erscheinen. Zweiter Akt Am 11. März kam die erlösende Nachricht von Otto Müller: "Das Auto ist fertig! Sie werden es nicht wieder erkennen." "Ach du lieber Gott! Wie meint er das?" war der erste Gedanke des Leid gewöhnten P5B-Fahrers. Aber Otto Müller hatte das wohl positiv gemeint. Der Präsident konnte das Wiedersehen mit seinem Sorgenkind nicht abwarten, blickte am 12. März kurz ins Internet, um Fahrzeiten und Preisen der Bahn AG herauszufinden und schwang sich in den Bus nach Neuss. Dort plünderte er sein Konto, lief zum Bahnhof und startete um ca. 10 Uhr zu einer 4-Stunden-Reise nach Saarbrücken. Die Reise über Köln und Mainz mit zweimaligem Umsteigen klappte wunderbar und die Fahrt mit dem Regional- Express von Mainz nach Saarbrücken kann guten Gewissens als lohnenswert bezeichnet werden. Sie führt über Obst-und Weinanbaugebiete durch das schöne Nahetal und dauert 2 Stunden. Die Bahn AG setzt auf dieser Strecke die Dieseltriebwagen der Baureihe 612 ein. Man sitzt auf dem Diesel- Aggregat und bekommt die makellosen Übergänge des Wandlergetriebes mit. Automatisch dachte der Präsident an sein Automatik-Getriebe und wünschte sich sehnlichst, daß ab jetzt an seinem reparierten Auto die Schaltvorgänge ebenso ruckfrei funktionieren würden. Gegen 14 Uhr traf er dann erwartungsfroh am Hauptbahnhof Saarbrücken ein. Dritter Akt Otto Müller stand mit dem Präsidenten-P5B auf dem Vorplatz zum Empfang bereit. Mit einer rasanten Fahrt, bei der er den alten Eimer sehr forsch durch die Fahrstufen drosch - dem Präsidenten lief das Wasser am Rücken hinab - bewies er das Ergebnis seiner Arbeit. Bemerkenswert war das völlig andere Motorgeräusch, das durch eine gründliche Abdichtung der Auspuff-Anlage und deren Befestigung verursacht worden war. Der Präsident kannte sein Auto wirklich nicht wieder. In der Werkstatt von Otto Müller, einem sehenswerten Schmuckkästchen, wurden dann noch einmal die durchgeführten Arbeiten besprochen und die ausgetauschten Teile begutachtet. Es stellte sich heraus, daß schon noch das Eine oder Andere verbessert werden könne. Besonders die leichte Vibration im unteren Drehzahl- Bereich ließe sich durch ein relativ einfaches Auswuchten zwischen Motor und Wandler beseitigen. Also würde noch einmal eine Reise nach Saarbrücken anstehen. Der -übrigens faire - Obolus wurde entrichtet und dann Abschied genommen. Mit einem fröhlich gepfiffenen Liedchen auf den Lippen ging es zur nächsten Tankstelle, um den nötigen Saft zu fassen. Bei leichtem Regen begann dann die Fahrt auf der A6 Richtung Mannheim und bald war alle Unruhe gewichen. Mit 100-110 km/h rollte es sich gemütlich Richtung Heimat. In Kaiserslautern ging es auf die neue A63 in Richtung Mainz und mit Auffahrt zur A61, der letzten Groß-Etappe, konnte eigentlich nichts mehr schief gehen. Vierter Akt Es dämmerte inzwischen und auch der Regen nahm zu, so daß Licht und Scheibenwischer nötig wurden. Aber - was war da denn?! Die Scheibenwischer wurden immer langsamer und die Tankanzeige rutschte in den Reserve-Bereich. Dem Präsidenten wurde abwechselnd heiß und kalt. Dann nahm der Motor kein Gas mehr an. An der nächsten Notruf- Säule war Schluss mit der Heimfahrt. Die angenommene Ursache für das Problem: Die Lichtmaschine ist defekt. Nun hatte ja der Präsident eine Ersatz- Lichtmaschine im Kofferraum. Also - bevor man den ADAC ruft, hilft man sich selbst und tauscht die Lichtmaschine aus. Das war in 20 Minuten passiert und der Startversuch fällig. Aber nichts ging, weil wohl auf den letzten Kilometern die Batterie herhalten musste. Also doch ADAC. Nach ca. eineinhalb Stunden kam der Gelbe Engel und nach einer kurzen Prüfung, einem erneuten Startversuch mit POWER PACK, und Prüfen der Lichtmaschine die Aussage: "Die Lichtmaschine ist hinüber." Das machte den Präsidenten zwar stutzig, weil es die angeblich gute Ersatz-Lichtmaschine war, aber gegen das Prüfgerät hatte er keine Argumente. Schnell wurde, um ganz sicher zu gehen, die alte Lichtmaschine wieder eingebaut. Aber auch die war laut Messung hinüber. Kurze Besprechung, dann die Entscheidung: Das Auto muss auf den Transporter. Zuerst wurde der Wagen zu einer Tankstelle nach Alzey gebracht. Dort von allen Angestellten bewundert, was dem Präsidenten, der den Namen ROVER einfach nicht mehrt hören konnte, viel Haltung und ein verkrampftes Lächeln abverlangte. Dann kam der "Fern-Transporter" des ADAC, auf den das Auto umgeladen wurde. Auf diesem kamen Präsident und P5B gegen Mitternacht zu Hause an. Also - mit Transporter abgeholt und mit Transporter angeliefert. Lehrstück Die Präsidenten-Frau wagte erst gar nicht, eine Unterhaltung zu beginnen, und der Präsident erlebte eine traumlose Nacht. Der 13. März, ein Samstag, erlebte einen zerknitterten Präsidenten, der den Weg in die Garage am Vormittag nicht gehen wollte. Zu tief saß der Frust. Er telefonierte mit einigen Clubfreunden, um das Drama zu schildern und ein bisschen Trost zu finden. Aber gegen 17 Uhr hielt es ihn doch nicht mehr. Er schob den P5B aus der Garage, um bei Tageslicht einen Blick in den Motorraum zu werfen. Aber, oh Schreck, wie sah alles Verchromte aus: Die Autobahnen waren wohl so gründlich gesalzen worden, daß alle kleinen Pickelchen begonnen hatten auszublühen. Der erste Arbeitsgang war also das Reinigen oben und unten mit einem Hochdruck-Reiniger. Die zweiten war das Polieren und Konservieren der Chromteile. Und dann, ja dann kam das Erlebnis überhaupt. Bei einem kurzen Blick über den gesamten Motorraum entdeckte der Präsident, daß ein Kabelschuh des Reglers abgefallen war - das ist für die noch nicht Betroffenen das rote Kästchen an der Spritzwand auf der Beifahrerseite (beim Linkslenker). Und das war die Ursache. Am Montag, den 15. März wurde die Batterie neu geladen und deren Säurestand ergänzt; Kosten € 5,00 - Hurra! Und jetzt läuft der Karren wieder. Trotzdem wird es noch eine Weile dauern, bis die Präsidentenaugen wieder leuchten werden, wenn er den Namen ROVER liest oder hört. Fazit Nach jeder Winterfahrt das Auto reinigen und konservieren. Bei elektrischen Problemen immer alle Kabelverbindungen prüfen. ADAC-Leute immer darauf hinweisen, daß der P5B in der Regel einen separaten Regler hat. Text: Manfred Hemmersbach (Gott sei Dank ohne Fotos) Nach oben | |
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