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| Roverdrive > Jahrgang 2004 > Heft 1 > Rover Freunde bei der Techno Classica | Auswahl | Ende |
| Roverdrive 1 / 2004 | |||
| Rover-Freunde bei der Techno - Classica in Essen | |||
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Heft 1/2004 Heft 2/2004 |
Rover Freunde Deutschland - bald bekannt in England?
Es ereignete sich auf der diesjährigen Techno Classica in Essen. Bereits im vergangenen Jahr waren mir zwei Messebesucher durch ihr imposantes Erscheinungsbild besonders aufgefallen, Einer der beiden alten Herren wirkte wie ein adeliger, englischer Gentleman. Gediegen und seriös - trotzdem leger - gekleidet. Sein Begleiter allerdings vermittelte eher den Eindruck einer Witzfigur aus einem Comic-Heft. Äußerst hagere - fast schon krankhaft abgemagerte Erscheinung. Hochgradig grauer Star auf beiden Augen, wobei ein Auge ersichtlich bereits erblindet war. Auf Grund dieser Gebrechen kann man einen Menschen nicht lustig oder imposant finden. Er trägt bestimmt schwer an seinen Leiden. Wäre da nicht sein Outfit: Abgewetzte Kleidung, die - mehrere Nummern zu groß - an seinem Körper schlabberte. Auf dem Kopf eine Kappe, die man einfach nicht beschreiben kann. Von hinten gesehen, würde man in dieser Kleidung einen 17jährigen Pennäler vermuten. Der absolute Hit am Erscheinungsbild dieses alten Engländers ist jedoch ein anderer. Die lustige Kappe auf dem Kopf, wie auch der gesamte Brustbereich der Jacke, waren total mit Stickern, Badges, Fähnchen, Emblemen und anderen Abzeichen der englischen Automobilindustrie versehen und benäht. Sicherlich kann sich jemand von Euch erinnern, diesen "Typen" auf der Messe in Essen gesehen zu haben. ![]() Der Stand der Rover Freunde mit dem SD1 von Günter Schweppenstedde Da sitze ich also am Freitag, den 02.04.04 an unserem Clubstand auf der Techno Classica. Uhrzeit ca. 17.00 Uhr - und warte darauf, nach Hause fahren zu dürfen. Der Tag war wieder einmal Iang. Umfangreiche Beratungen, Gespräche, Informationen, Angebote, Nachfragen, Telefonate und alles was man sich rund um das Thema ROVER nur vorstellen kann. Irgendwann bemerke ich, daß sich die beiden alten Engländer (die ich schon vom Ansehen kannte), unseren Clubstand ansehen -und sogar Fotos machen. Gelassen -aber mit Spannung im Bauchbereich -warte ich erst mal ab. Nach einiger Zeit kommt der Gentleman auf mich zu, fragt, ob er sich setzen darf, setzt sich neben mich an den Tisch, holt Papiere aus seiner Aktenmappe und fängt an zu schreiben. Sein Diener (so habe, ich mittlerweile die Comic- Figur eingeordnet), steht etwas schwankend neben ihm, lächelt mich an und grüßt. Ein Rover 16 hp von 1946 steht zum VerkaufSo sitzen/stehen wir also da rum. Der Gentleman schreibt. Der Diener lächelt. Ich warte - und denke: "Warten wir mal ab". Ich schaue diskret über meine rechte Schulter und denke: "So einen bordeauxroten Pullunder hast du auch mal gehabt -aber ihm steht der irgendwie besser"'. Der Gentleman schreibt und schreibt. Irgendwann bemerke ich, daß er aufgehört hat zu schreiben. Der Diener lächelt noch immer. Zwischenzeitlich hatte ich meine "deutschen" Fragen in meinem Kopf bereits ins Englische übersetzt. Endlich ist der Zeitpunkt für meine Fragen gekommen: "Entschuldigen Sie, aber was machen Sie hier eigentlich? Kann ich Ihnen irgendwie helfen?" Der Gentleman dreht seinen Kopf zu mir und lächelt mich an. Ohne auf meine Frage einzugehen holt er erneut ein Stück Papier aus seiner Tasche und fängt seinerseits an zu fragen: "Bekommen Sie Geld für das was Sie hier machen? Sind Sie eine Firma die Autos verkauft? Wenn Sie ein Club sind, wie viele Mitglieder haben Sie? Warum lieben Sie englische Oldtimer, wenn Sie doch genügend deutsche Oldtimer in lhrem Land haben?" Der Fragenkatalog des Gentleman war durchaus noch wesentlich umfangreicher als hier geschildert. Das komplette Gespräch hier wiederzugeben, würde allerdings den Rahmen dieses Berichts sprengen. Die Antworten zu den von dem Gentleman gestellten Fragen brauche ich Euch sicherlich nicht zu geben. ![]() Rover P5B Coupé - das sehr gepflegte Exemplar von Alexander Flach Wir tauschten nach unserem ca. 30 Minuten dauernden Gespräch unsere Visitenkarten. Ich stellte fest, daß ich mit einem echten englischen Lord gesprochen hatte. Dieser Lord -so sagte er mir - arbeitet ehrenamtlich für eine Zeitung in der Nähe von Birmingham. Seit Jahren beobachtet er das Geschehen bezüglich der Oldtimerclubs für englische Fahrzeuge in Deutschland. Kaum jemand in England kann sich vorstellen, daß es in Deutschland Enthusiasten gibt, die - insbesondere was die Marke Rover angeht - so viel Aufwand betreiben, sagte er mir. Außerdem findet er unseren Auftritt bewundernswert und kann es kaum fassen. Nunmehr beabsichtige er, über seine Verbindungen zu der Zeitung (für die er ehrenamtlich arbeitet), unseren Club und unser Engagement in Deutschland - für Rover -, bekannt zu machen. Bei der Verabschiedung bekam ich - von dem "Diener" - in fast unverständlichem "Slang" - ein Kompliment bezüglich meines guten Englisch. Das war aufbauend für mich. Vielleicht werden wir ja noch ganz berühmt. (in England). Ich bleibe am "Ball". Warten wir mal ab. Text: Hubert Luck Fotos: Reinhard Stadthaus Nach oben | |
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