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Roverdrive 1 / 2004
Das Internationale Rover - Meeting in Graz /Steiermark im September 2003
Presse
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Roverdrive
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Internationales Rover Meeting in Graz/Steiermark vom 12. - 14. September 2003
 
Wie schon in Weilburg durch den Präsidenten des Österreichischen Rover Clubs (ÖRC), Reinhard Eigler, angekündigt, wurde bald danach offiziell zum Treffen "Graz 2003" eingeladen. Als Quartier war das Hotel Herold in Maria Lankowitz (etwa 40 km westlich von Graz) ausgewählt worden.
 
Da mir die Steiermark völlig unbekannt war, stand der Entschluß, mich anzumelden, schnell fest. Für die knapp 900 km von Bonn bis Graz hatte ich eine Übernachtung eingeplant, um den P5B nicht zu überfordern. Am Donnerstag den 11.09. hatte ich mir keinerlei Eskapaden auf Nebenstrecken vorgenommen, sondern fuhr Autobahn. Es ging zügig voran und der Wagen lief problemlos. Das Wetter war zwar durchwachsen, aber es blieb trocken bis Regensburg. Die Stadt machte ihrem Namen alle Ehre; denn ab da goß es. In Pocking (bei Passau) fand ich in der Alten Post eine urige Übernachtungsmöglichkeit.
 
Während der Nacht hatte es sich eingeregnet und am Morgen wurde die Fahrt bei Nieselregen, der sich später zum Wolkenbruch auswuchs, fortgesetzt (kein Wassereinbruch im P5!). Der Nachmittag brachte besseres Wetter und ich entschied mich, die letzten 70 km bis Maria Lankowitz über Landstraßen zu fahren. Bei Eintreffen im Hotel Herold gegen 17.00 Uhr saßen schon einige österreichische Teilnehmer gemütlich beisammen und nahmen mich in ihre Runde auf.
 

 

P6 Convertible
 
Eben erst eine Tour mit insgesamt 190 Oldtimern von Antwerpen nach Wien beendet, traf unerwartet noch das Ehepaar James aus Südengland ein. Sie waren mit einem in Eigenregie umgebauten P 6 Cabrio angereist - geschlossen ein etwas gewöhnungsbedürftiger Anblick, offen aber ein gelungenes Werk. Mit verstärktem Boden war aus dem Viertürer ein Zweitürer entstanden. Um Passagieren den Zugang zur Rücksitzbank zu erleichtern, sind vorne nun Sitze von Volvo mit umlegbarer Rückenlehne eingebaut.
 
Als alle Fahrzeuge eingetroffen waren, Fahrer und Beifahrer ihre Zimmer bezogen hatten, wurden wir durch den Präsidenten Reinhard Eigler begrüßt und mit einem Aperitif auf den Abend eingestimmt. Daß das Hotel gut gewählt war, merkte man nicht nur an den Zimmern, sondern auch beim Abendessen. Ich musste dabei feststellen, daß steirische Weine bei uns leider viel zu wenig bekannt sind. Die angeregten Gespräche drehten sich nicht nur um Rover und andere Fortbewegungsmittel; es wurde eine bunte Palette von Themen in angenehm lockerer Atmosphäre aufgegriffen.
 
Am nächsten Morgen war nach kurzer Einweisung (Zitat Reinhard Eigler: "Auch wenn's schwerfällt, haltet Euch bittschön ein wenig an die vorgegebenen Zeiten.") Start zur Ausfahrt. Pünktlich um 09.00 Uhr mit einem gut gemischten Teilnehmerfeld vom P4 90 über P5, P6, SD1 bis hin zu 400 und 75 begann die Tour. Erste Station wurde in Bärnbach gemacht. Dort hat die Glasfabrik Stölzle ihren Sitz. Wir erhielten eine sehr informative Führung durch das angeschlossene Museum und waren erstaunt über die Vielfalt der Produkte, die im Laufe der Firmengeschichte hergestellt wurden. Interessant auch zu erfahren, wer zur internationalen Kundschaft gehört.
 

Bäckerei in Graz im k.u.k.-Stil
 
 
Hundertwassers footsteps in Bärnbach


Im selben Ort gab es anschließend die Gelegenheit, die Stadtpfarrkirche St. Barbara, die 1987 nach Plänen von Friedensreich Hundertwasser umgestaltet wurde, zu besichtigen. Die Kirche selbst, aber auch das umgebende Gelände und die Nebengebäude sind in der für Hundertwasser typischen Art verändert worden.
 
Nach kurzer Fahrt erreichte der Rover-Konvoi das Lipizzaner-Gestüt in Piber. Bei der kompetenten Führung durch die Landesausstellung "Mythos Pferd" wurde der Bogen geschlagen von der Evolution, beginnend in der Urzeit, bis zur Nutzung des Pferdes durch den Menschen. Für leistungsorientierte Besucher war der Begriff "PS" nicht nur erklärt, sondern auch durch eigene Muskelkraft an einer Maschine in Erfahrung zu bringen. Natürlich konnten wir in den Ställen auch die Ergebnisse der Lipizzaner-Zucht in unterschiedlichen Altersklassen bewundern.
 
Die Weiterfahrt über die Steirische Weinstraße, bei der Stainz, Preding und Kitzeck passiert wurden, erlaubte herrliche Ausblicke auf die umgebende Landschaft.
Wenn nicht Wolken und leichter Nieselregen aufgezogen wären, hätte man von der Gaststätte "Steirerland" einen noch grandioseren Rundblick gehabt. Hier wurden wir durch "Buschenschank mit regionalem Buffet" reichhaltig verwöhnt.
 

Hotel HEROLD in Maria Lankowitz
 
 
Blick auf den Grazer Schlossberg


Auf der Rückfahrt zum Hotel war Seitenhalt gefragt - der Hinweis im Routenplan "kurvenreiche Strecke" war nicht übertrieben. Trotz erforderlicher Aufmerksamkeit konnte auch auf diesem Streckenabschnitt Landschaft pur genossen werden. Erstaunt war ich allerdings, als ich kurz vor Rückkehr nach Maria Lankowitz das Ortsschild "Edelschrott" sah - die Bezeichnung kannte ich bisher eigentlich in anderem Zusammenhang. Der Tag fand seinen Abschluß im Hotel mit einem umfangreichen Buffet.
 

Die Grazer Innenstadt
 
Am folgenden Sonntag hatte sich das Wetter wieder gebessert und der Morgen begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein. Nach dem Auschecken im Hotel ging die Fahrt nach Graz. Von unserem exklusiven Parkplatz im Innenhof historischer Gemäuer begann eine Führung durch die Kulturhauptstadt Europas 2003 mit interessanten Einzelheiten aus Vergangenheit und Gegenwart. Ein Einblick in die lebendige Kultur der Steiermark wurde durch ein Stadtfest mit Musik- und Trachtengruppen parallel dazu geliefert. Die Seilbahnfahrt auf den Schlossberg ließ uns Graz und Umgebung dann aus der Vogelperspektive betrachten.
 
Hinunter ging es mit dem Aufzug im Innern des Schlossberges. Der letzte Teil des Weges wurde Fuß durch ein Stollensystem zurückgelegt, das im 2. Weltkrieg als Bunkeranlage gedient hatte. Im Rahmen der Veranstaltungen Kulturhauptstadt Europas haben Künstler in den Nebenstollen ihre Werke ausgestellt. Die Führung endete in der Nähe eines urigen Gasthauses. Hier wurden beim gemeinsamen Mittagessen noch einmal zünftig aufgetischt. Die Teller waren für die Schnitzel fast zu klein und steirische Spezialitäten - Kürbiskerne und Kürbiskernöl - fanden sich in vielen Gerichten.
 
Gegen 14.00 Uhr musste ich mich leider verabschieden - ich hatte noch eine längere Fahrt zur Weinlese ins Elsaß vor mir. Fazit: Graz, die Steiermark und die österreichischen Roverfreunde sind jederzeit eine Reise wert!
 
Text und Fotos: Reinhard Stadthaus
 
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